Die Westfjords


Jemand von Euch muß mir ganz dolle gutes Wetter gewünscht haben. Vielen Dank dafür. Das hat funktioniert! 🙂 Seitdem ich mich in der nordwestlichsten Ecke Europas aufhalte, hat der Dauerregen aufgehört. Und die Wolkendecke hat immer wieder erfreulich viele Löcher, durch die viel Sonne durchkommt. Ich werde hier aber trotzdem weiterhin nur kleine Schnappschüsse posten und noch nicht die „großen“ Bilder. Letztere will ich noch nicht ohne intensive Sichtung „zur Begutachtung“ freigeben.
(Nachsatz: Mittlerweile ist auch die Galerie mit den hochwertigen Aufnahmen online. Einfach klicken auf www.boltz-online.com und dort auf den Link „Fotografie“ und „Island 2010“.)

Im Moment befinde ich mich in Þingeyri (gesprochen wie mit englischem „Th“: Thingeyri), einem kleinen 200-Seelen-Dorf in den Westfjords – wobei 200 Einwohner hier schon eine regelrechte Megacity darstellen. In mancher Gemeinde, die auch auf der Karte als solche eingetragen ist, wohnen manchmal auch nur 2 Leute. Orte wie der geografisch westlichste Punkt des europäischen Kontinents – die Klippe heißt Látrabjarg – passen zum Beispiel in diese Kategorie. Nach 1 Stunde Fahrt über die fieseste Schotterpiste wähnt man sich am Ende der Welt (respektive Europas) und erwartet den obligatorischen, einsamen Leuchtturm. Und dann wohnen dort doch tatsächlich noch Menschen.

Aber egal. In Látrabjarg hat man mit dem Zählen von Schafen mehr zu tun… Oder mit dem Schießen der üblichen Steilklippen-Bilder! 😉 (Das sind ca. 450 m Höhe.)


Ein bißchen gemütlicher hab ich’s vorhin angehen lassen. Ein paar Fjorde weiter, am Svalvogar, ist zwar keine geografische Besonderheit zu verzeichnen. Ruhe zum Seele-baumeln-lassen ist aber genug.


In den Vorbereitungen für diesen Urlaub hatte ich öfters mal über die ungewöhnlich hohen Kosten für den Mietwagen gesprochen. Einer von Euch hatte mir daraufhin den Tipp gegeben, (beim nächsten Mal) doch einfach mit dem eigenen Auto per Schiff vergleichweise preiswert nach Island überzusetzen, um somit Wagenmiete und Flug zu sparen. Nach einer Woche auf Island fühlt es sich ganz gut an, dies nicht gemacht zu haben. Ich meine, ich hab ja so manchen Kilometer unasphaltierter Straße auf der ganzen Welt schon hinter mich gebracht, egal ob Outback, Wüste oder Feldweg. Aber in Island muß ich feststellen, daß das der Normalzustand ist. Die Reparaturkosten für mein eigenes Auto hätte ich mit der Leihwagengebühr locker ausgeglichen. 😉

Und so sieht’s aus, sobald man außerhalb von Reykjavík die (eine) Hauptverkehrsader verlässt.


Es lebe der Allradantrieb und die hohe Radaufhängung. Da ist mein kleiner Geländewürfel echt Gold wert. Vielleicht bilde ich es mir ja nur ein. Aber nach der Rückkehr von Svalvogar über eine der besagten „Straßen“ hat er fast schon ein bißchen stolz ausgesehen… 😉


Trotz der abenteuerlichen Straßenzustände wird allerdings auch in der abgelegensten Mondlandschaft auf die richtige Verkehrsführung geachtet! 🙂


Morgen geht’s weiter entlang der Fjords. Ich mach jetzt gleich „Feierabend“. Die Kneipe hier ist bis auf meine Wenigkeit völlig leer. Die machen mit mir hier gerade ihren Wochenumsatz. 😉 Klar, in der Nebensaison ist halt kaum was los.

Bis später!

4 Gedanken zu “Die Westfjords”

  1. Hallo Marco!

    Schön zu hören, daß Du gutes Wetter hast. Bis auf Sonntag in Reykjavik haben wir auch die Sonne genossen. Waren noch in einem Vikinger-Museum dort und anschliessend in der Blauen Lagune – bis wir Schwimmhäute hatten. 🙂
    Der Rückflug lief unproblematisch, aber pass auf, wieviel Dein Gepäck wiegt beim Rückflug (wir hatten beide 23Kilo) und mussten 4200 Kronen draufzahlen…… Doch zuviele Steine und Asche vom Eyjafjallajökull im Koffer. 🙂 In Frankfurt angekommen lief dann erstmal gar nichts…“Thank you for travelling with deusche Bahn ….“ Mussten von Frankfurt Flughafen bis Frankfurt HB 2 mal umsteigen wegen defekter Züge etc… nervig mit so schwerem Gepäck….aber nun sind wir wieder gut in Bern gelandet. Zum Glück ist das auf dem Rückweg passiert….!

    Wünsche Dir weiterhin viel Spass, gute Reise und natürlich das beste Fotowetter! 🙂 (unser running gag, wenn ich meine Camera hervorgeholt hab, um Fotos zu machen, war, nachdem wir Deine Bekanntschaft gemacht haben, immer: „jetzt holt sie ihr Spielzeug raus“) frei nach Herrn Boltz….. 🙂

    Liebe Grüsse

    Dörte

    P.S. Bring Dir Asche bzw Sand vom Eyfafjallajökull mit, in Reykjavik musst Du sonst 999 Kronen für ein Glas zahlen, haben wir gestern im Supermarkt gesehen….

  2. Mensch Marco,
    mit welcher Geschwindigkeit kommst Du denn bei diesen Straßenverhältnissen voran? Ich denke da nur an die Straße bei den Sportplätzen (Hildesheim).

  3. Kommt eigentlich eher darauf an, wieviele Fotomotive mich unterwegs so angrinsen. 😉 Auf so einer ganz schlimmen Holperpiste sollte man aber (mit einem Auto wie meinem!) im Schnitt auch nicht schneller als 40 km/h fahren. Geschüttelt, nicht gerührt! 🙂
    Aber die „Straße a.d. S.“ in Hildesheim würde hier als 1a-Highway durchgehen. Da kommt man dann allerdings verhältnismäßig gut voran. Und für die größeren Entfernungen ist man ja auch gottseidank nicht auf die berüchtigten Gravel Roads angewiesen.

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